Klassifizierung der Bestimmbarkeit: 

Die in Deutschland vorkommenden Schwebfliegenarten wurden anhand der Komplexität ihrer Bestimmung und der Verwechslungsmöglichkeiten in fünf Kategorien eingeteilt. Kriterien hierfür waren die Abschätzung des Aufwands und der Erfahrung, die notwendig ist, um eine Art korrekt bestimmen zu können. Die Aufstellung eines solchen Klassifikationssystems kann in vielen Fällen nur subjektiv sein und stellt eine erste Näherung da, um irrtümliche Angaben in einem Online-Meldeportal leichter zu erkennen und ausfiltern zu können. Zudem sind in manchen Gattungen die Männchen leichter zu bestimmen als die Weibchen. Im Folgenden werden die fünf Schwierigkeitsstufen der Bestimmung beschrieben und Beispiele für die enthaltenen Arten aufgeführt. In Klammern sind die Artenzahlen in den Kategorien für Männchen / Weibchen separat angegeben.

Kategorie   - sehr leicht erkennbar im Gelände [56 / 53 Taxa]

Arten, die auch von wenig geübten Beobachtern ohne Hilfsmittel richtig erkannt werden können und deren Meldung im Allgemeinen akzeptiert werden kann, ohne dass zusätzliche Nachweise erforderlich sind.

Beispiele:

  • Chrysotoxum bicinctum
  • Episyrphus balteatus
  • Eristalis tenax
  • Helophilus trivittatus
  • Myathropa florea
  • Scaeva pyrastri
  • Sericomyia silentis
  • Syritta pipiens
  • Temnostoma vespiforme 
  • Volucella pellucens

Kategorie   - leicht mit Handlupe bestimmbare Schwebfliegen [77 / 79 Taxa]

Arten, deren Bestimmung etwas Sorgfalt erfordert, die mit Erfahrung bei guter Merkmalsausprägung von geübten Schwebfliegenkennern mit Regionalkenntnis mit hinreichender Sicherheit im Gelände erkannt werden können und die mit Handlupe und/oder Binokular in der Regel sicher bestimmbar sind.

Beispiele:

  • Criorhina floccosa
  • Cheilosia chrysocoma
  • Eristalis nemorum, E. jugorum, E. pratorum
  • Epistrophella euchroma
  • Lapposyrphus lapponicus
  • Megasyrphus erraticus
  • Merodon rufus
  • Parasyrphus lineola
  • Tropidia fasciata
  • Xylota segnis

Kategorie   - mittel bis schwer bestimmbare Arten (Binokular) [311 /283 Taxa]

Arten für deren Bestimmung ein Binokular mit Vergrößerung von im Regelfall mindestens 60-80x mit guter Beleuchtung erforderlich ist (bei sehr guter Merkmalskenntnis reicht ggf. auch etwas geringere Vergrößerung). Bei einigen Gattungen ist eine Bestimmung mit männlichem Genital erforderlich.

Beispiele:

  • die meisten Arten der Gattungen Brachyopa, Dasysyrphus, Cheilosia, Eumerus, Melangyna, Neoascia, Paragus, Pipizella, Sphegina, Trichopsomyia, Sphaerophoria interrupta-Aggregat.

Kategorie   - schwer, nur von Spezialisten bestimmbare Arten [39 / 68 Taxa]

Arten, deren Bestimmung die im Regelfall die Anwendung von DNA-Analysen (Bar-Coding) oder morphometrischen Methoden erfordert, und daher nur von Schwebfliegen-Spezialisten oder Taxonomen überprüft werden können. Hierher werden auch Arten gezählt, die eine Präparation (Mazerieren) der Genitalien erfordern, oder Arten bei denen sehr ähnliche Verwechslungsarten vorkommen bei nicht ausreichenden Bestimmungsschlüsseln und der Notwendigkeit der Nutzung einer Vergleichssammlung.

Beispiele:

  • Einige Arten der Gattung Cheilosia, z.B. Cheilosia bracusi, C. cynocephala, C. faucis, C. nivalis, C. uviformis, Eupeodes goeldlini, Melanogaster curvistylus, Pipiza notata, Xylota caeruleiventris, Weibchen des Sphaerophoria interrupta-Aggregats und Weibchen des Platycheirus scutatus-Aggregats.
 

Kategorie   -sehr schwer bestimmbare Arten, [4 / 4 Taxa]

Arten, die sich auch mit DNA-Barcoding nicht mehr trennen lassen und umfangreichere genetische Analysen benötigen, dazu gehören auch kryptische Artenpaare, die als adulte Fliege morphologisch identisch sind, wo aber z.B. die Larven und Puppen bestimmt werden können.

Beispiele:

  • Kryptische Artenpaare Microdon mutabilis / myrmicae oder Microdon analis / major. Im Mediterranram gehören hierzu viele Merodon und einige Eumerus-Arten, die jedoch in Deutschland (bislang) nicht vorkommen.